Daten wiederherstellen: So retten Sie Ihre Dateien
Kurz gesagt: Fehlende Dateien sind selten sofort verloren. Oft liegen sie noch auf dem Datenträger und sind nur nicht mehr erreichbar, weil das Dateisystem beschädigt ist oder die Hardware aussetzt. Entscheidend ist der erste Schritt: den Datenträger nicht weiter benutzen, nichts Neues darauf speichern und bei auffälligen Geräuschen vom Strom nehmen. Über datenrettung-doktor.de schildern Sie den Fall, erhalten eine Einschätzung der Erfolgsaussichten, senden den Datenträger an einen geprüften Partnerbetrieb und entscheiden nach dem Kostenvoranschlag, ob die Rettung startet.
Erste Schritte, wenn Dateien fehlen
Wenn ein Ordner leer ist, ein Laufwerk nicht mehr auftaucht oder das Handy nach einem Sturz schwarz bleibt, zählt vor allem Ruhe. Je weniger auf dem betroffenen Speicher passiert, desto mehr lässt sich holen. Fahren Sie den Rechner herunter, statt den Datenträger immer wieder abzuziehen und neu anzustecken. Klickt, klackert oder schleift eine Festplatte, trennen Sie sie von der Stromversorgung und schalten sie nicht erneut ein, denn bei jedem Anlauf arbeiten die Köpfe weiter auf einer beschädigten Oberfläche.
Speichern Sie nichts mehr auf dem betroffenen Laufwerk, auch keine Rettungssoftware und kein Update. Bei gelöschten oder formatierten Dateien liegen die Inhalte meist noch vollständig vor, nur der Wegweiser darauf fehlt, und jede neue Datei kann genau diese Bereiche überschreiben. Wie dieser Fall abläuft, steht im Beitrag gelöschte Dateien wiederherstellen, die Formatierung behandelt formatierte Festplatte retten.
Logischer oder physischer Schaden
Fast alles hängt an dieser einen Unterscheidung. Logische Schäden betreffen nur die Ordnung auf dem Datenträger: gelöschte Dateien, ein versehentlich formatiertes Laufwerk, eine beschädigte Partitionstabelle oder ein Dateisystem, das nach einem Stromausfall nicht mehr lesbar ist. Elektronik und Mechanik sind dabei in Ordnung, das Laufwerk läuft normal an. Die Ausgangslage ist dann gut, solange nichts überschrieben wird.
Physische Schäden betreffen das Bauteil selbst. Bei einer Festplatte sind das meist Schreib-Lese-Köpfe, Motor oder die Magnetscheiben, erkennbar an Klickgeräuschen oder daran, dass das Laufwerk im BIOS gar nicht mehr auftaucht. Mehr dazu unter Festplatte klickt und Festplatte wird nicht erkannt. Bei einer SSD fällt häufiger der Controller aus, die Speicherchips sind dann oft noch intakt, aber nicht mehr ansprechbar, siehe SSD-Datenrettung. In solchen Fällen hilft keine Software mehr, sondern nur Arbeit an der Hardware, bei Festplatten im Reinraum, weil schon normaler Zimmerstaub die Oberfläche unbrauchbar macht.
Was Sie selbst sicher prüfen können
Ein Teil der Fälle ist kein Defekt, sondern ein Anschlussproblem. Diese Prüfungen schreiben nichts auf den Datenträger:
- Ein anderes Kabel und einen anderen Anschluss am Rechner verwenden, bei externen Platten mit eigenem Netzteil auch ein zweites Netzteil mit gleichen Werten.
- Den Datenträger an einem anderen Rechner anschließen, gern mit einem anderen Betriebssystem.
- Nachsehen, ob das Laufwerk in der Datenträgerverwaltung von Windows oder im Festplattendienstprogramm von macOS auftaucht, auch ohne Laufwerksbuchstaben.
- Papierkorb, Cloud-Ordner und vorhandene Sicherungen durchsehen, bevor überhaupt etwas eingesendet wird.
Ebenso wichtig ist, was Sie unterlassen. Starten Sie keine Reparaturbefehle wie chkdsk und keine Dateisystemprüfung auf einem Datenträger, dessen Inhalt Sie brauchen, denn solche Werkzeuge verändern Strukturen. Installieren Sie Rettungsprogramme nie auf dem betroffenen Laufwerk und schreiben Sie gefundene Dateien nie dorthin zurück, sondern immer auf einen zweiten Datenträger. Ein nass gewordenes Gerät nicht einschalten, nicht laden und nicht mit Hitze trocknen, denn Korrosion arbeitet weiter, dazu mehr unter Wasser, Sturz, Brand. Und eine Festplatte niemals selbst öffnen.
Handy, Speicherkarte und RAID
Bei Smartphones und Tablets sitzt der Speicher fest im Gerät und ist meist verschlüsselt. Ein zerbrochenes Display bedeutet deshalb noch keinen Datenverlust, ein Wasserschaden oder ein harter Sturz dagegen schon. Gerät ausschalten, nicht laden, und auch nicht in Reis legen, das zieht keine Feuchtigkeit aus dem Gehäuse. Welche Wege es gibt, steht unter Handy-Datenrettung. Karten und Sticks brechen oft an der Kontaktzunge oder verlieren ihren Controller, dazu mehr unter SD-Karte und USB-Stick.
Bei einem RAID kommt es auf die Bauart an. Liegen die Daten ohne Spiegelung über mehrere Platten verteilt, macht der Ausfall einer einzigen Platte den ganzen Verbund unlesbar. Nehmen Sie in diesem Fall keine neue Platte auf und bauen Sie den Verbund nicht neu, bevor die Daten gesichert sind, sonst gehen auch die Reste der Struktur verloren. Worauf es ankommt, erklärt die Seite zur RAID-Datenrettung.
Lohnt sich die Rettung, und wie geht es weiter?
Wie teuer die Rettung wird, entscheidet der Aufwand. Ein logischer Fehler lässt sich mit einem Abbild des Datenträgers und Software lösen, ein mechanischer Defekt braucht Reinraum, Ersatzteile und Handarbeit an den Köpfen. Welche Faktoren den Preis treiben, steht unter Was kostet eine Datenrettung?, die Aussichten je Schadensbild unter Wie hoch sind die Chancen?
Der Ablauf ist überschaubar: Sie beschreiben den Schaden in der Anfrage und bekommen eine Einschätzung der Erfolgsaussichten. Dann senden Sie den Datenträger gut gepolstert ein, der Partnerbetrieb analysiert ihn und nennt Ihnen schriftlich, was möglich ist und was es kostet. Die Rettung startet erst nach Ihrer Freigabe. Den vollständigen Weg beschreibt So läuft die Datenrettung ab, die Abwägung zwischen eigenem Versuch und Werkstatt Software oder Profi?
Häufige Fragen
Wie lange dauert eine Datenrettung?
Das hängt vom Schadensbild und von der Auslastung des Labors ab. Ein logischer Fehler ist schneller erledigt als ein mechanischer Defekt, für den erst Ersatzteile beschafft werden müssen. Nach der Analyse bekommen Sie mit dem Angebot auch eine Einschätzung, wie lange die Rettung braucht.
Kann ich die Daten mit Software selbst retten?
Bei gelöschten oder formatierten Dateien auf einem Laufwerk, das normal anläuft, ist das möglich. Starten Sie die Software von einem anderen Datenträger und schreiben Sie die gefundenen Dateien nie auf das betroffene Laufwerk zurück. Macht die Platte Geräusche oder wird sie nicht erkannt, hören Sie auf, denn jeder weitere Versuch senkt die Chancen.
Woran erkenne ich einen mechanischen Defekt?
An Klicken, Klackern oder Schleifen, an einem Laufwerk, das im BIOS nicht mehr auftaucht, und an einer Platte, die sich hörbar nicht mehr dreht. Trennen Sie den Datenträger dann vom Strom und lassen ihn analysieren, statt weitere Startversuche zu machen.
Wie vertraulich sind meine Daten im Labor?
Vertraulichkeit gehört zu den Grundanforderungen an jedes Labor, seriöse Betriebe arbeiten unter Verschwiegenheit und mit geregelten Zugriffen. Fragen Sie vor dem Einsenden nach, wie das Labor die Daten schützt und wie lange es die Kopie aufbewahrt.