Datenfehler (CRC-Prüfung): was die Meldung bedeutet und wie Sie Ihre Daten sichern
Kurz gesagt: Die Meldung »Datenfehler (CRC-Prüfung)« kommt vom Datenträger selbst. Er konnte einen Bereich nicht so zurücklesen, dass die Prüfsumme stimmt. Bei einer Festplatte deutet das fast immer auf beschädigte Sektoren oder schwächelnde Schreib-Lese-Köpfe hin, bei USB-Sticks und Speicherkarten auf einen Fehler im Flash-Speicher oder im Controller. Initialisieren, formatieren oder chkdsk laufen lassen sollten Sie dann nicht, solange Ihnen die Daten wichtig sind.
Woher die Meldung kommt
CRC steht für Cyclic Redundancy Check, ein Prüfsummenverfahren. Der Name ist eher historisch: Festplatten, SSDs und Speicherkarten sichern heute jeden gespeicherten Block mit einem Fehlerkorrekturcode ab. Beim Lesen rechnet die Elektronik nach. Passt das Ergebnis nicht und lässt sich der Fehler auch mit mehreren Leseversuchen und der eingebauten Fehlerkorrektur nicht beheben, gibt das Laufwerk an Windows einen nicht behebbaren Lesefehler zurück. Windows zeigt dafür den Systemfehler 23, im deutschen System »Datenfehler (CRC-Prüfung)«.
Wichtig für die Einordnung: Das Dateisystem ist hier nur der Bote. Raymond Chen von Microsoft hat es so beschrieben, dass NTFS selbst gar keine CRC-Prüfung durchführt und lediglich die Fehlermeldung der Festplatte nach oben weiterreicht. Ein CRC-Fehler ist deshalb kein Problem, das sich mit einem Windows-Werkzeug sauber reparieren lässt. Er zeigt, dass ein Teil der Daten physisch nicht mehr zuverlässig lesbar ist.
In welchen Situationen die Meldung auftaucht
Wie ernst die Lage ist, zeigt vor allem der Zeitpunkt, an dem der Fehler kommt:
- Beim Kopieren einzelner Dateien: Der Datenträger wird erkannt, die meisten Ordner öffnen sich, aber bestimmte Dateien brechen mit der Meldung ab. Das ist das typische Bild einzelner defekter Sektoren. Je öfter Sie den Kopiervorgang wiederholen, desto mehr belasten Sie die betroffene Stelle.
- Beim Initialisieren: Die Platte erscheint in der Datenträgerverwaltung als »Nicht initialisiert« oder »Unbekannt«, und der Versuch, sie zu initialisieren, endet mit dem CRC-Fehler. Dann kann das Laufwerk schon die ersten Sektoren mit der Partitionstabelle nicht lesen. Das ist ein deutliches Hardware-Zeichen, oft verbunden mit falscher oder fehlender Kapazitätsanzeige.
- Bei Sicherungen und Abbildern: Backup-Programme lesen jeden belegten Bereich und stolpern deshalb früh über schwache Stellen. Die Sicherung bricht ab, obwohl im Alltag noch alles zu funktionieren schien.
- Bei USB-Stick und SD-Karte: Hier steckt meist ein verschlissener Flash-Speicher oder ein Controller dahinter, der seine Zuordnungstabelle nicht mehr sauber verwaltet. Mehr zu diesen Datenträgern unter USB-Stick-Datenrettung und SD-Karte und USB-Stick.
- Bei CD und DVD: Kratzer oder eine gealterte Datenschicht. Ein anderes Laufwerk liest manchmal noch, was das eigene nicht mehr schafft.
Was Sie jetzt besser nicht tun
Die Meldung lädt zu Reparaturversuchen ein, und einige davon verschlechtern die Ausgangslage spürbar.
- Nicht initialisieren. Windows schreibt dabei eine neue Partitionstabelle. Auf einem Datenträger mit Ihren Daten ersetzt das die alte Struktur, die für die Rettung noch gebraucht wird.
- Nicht formatieren, auch keine Schnellformatierung, selbst wenn Windows es vorschlägt.
- Kein chkdsk mit /f oder /r. Mit /f ändert chkdsk Einträge im Dateisystem, sobald es Fehler findet. Mit /r liest es zusätzlich die gesamte Oberfläche und versucht unlesbare Stellen immer wieder. Für eine Platte mit geschwächten Köpfen ist das eine Dauerbelastung, und die Änderungen am Dateisystem lassen sich nicht zurücknehmen.
- Nicht wieder und wieder kopieren. Jeder neue Versuch an derselben Stelle kann weitere Sektoren kosten.
- Keine Rettungssoftware direkt auf dem defekten Laufwerk. Programme, die Datei für Datei lesen, bleiben an defekten Bereichen hängen und laufen über Stunden gegen dieselbe Stelle.
Hört sich die Festplatte dabei ungewohnt an, klickt sie oder wird sie zwischendurch nicht mehr erkannt, trennen Sie sie vom Strom. Dann ist der Fall bereits mechanisch, mehr dazu unter Festplatte klickt.
Was Sie gefahrlos prüfen können
Einige Schritte schreiben nichts auf den Datenträger und helfen bei der Einordnung:
- Anderes USB-Kabel und einen anderen Anschluss direkt am Rechner verwenden, ohne Hub. Ein wackeliger Kontakt erzeugt selten einen CRC-Fehler, lässt sich aber schnell ausschließen.
- Die SMART-Werte des Laufwerks mit einem reinen Anzeigeprogramm auslesen. Steigende Werte bei neu zugewiesenen, schwebenden oder nicht korrigierbaren Sektoren bestätigen den Verdacht auf eine sterbende Oberfläche. Dabei wird nichts geschrieben.
- Prüfen, ob die Dateien noch in einer Sicherung, in der Cloud oder auf einem anderen Gerät liegen. Dann lohnt kein Risiko.
Mehr Hintergrund zu defekten Sektoren und ihrem Verlauf steht unter Bad Sectors. Wenn das Dateisystem selbst beschädigt ist, also etwa RAW angezeigt wird, hilft der Beitrag Dateisystem-Defekt weiter.
Wie eine Werkstatt CRC-Fehler angeht
Ein Labor kopiert nicht Datei für Datei, sondern erstellt zuerst ein vollständiges Abbild des Datenträgers mit einem Hardware-Imager. Diese Geräte steuern die Platte direkt an, lesen zunächst alle gut lesbaren Bereiche zügig und kehren erst danach mit angepassten Einstellungen zu den schwachen Stellen zurück. Lesezeiten, Wiederholungen und bei Bedarf einzelne Köpfe lassen sich gezielt einstellen, sodass ein schwacher Kopf nicht die ganze Rettung gefährdet. Gearbeitet wird anschließend nur noch mit dem Abbild, das Original bleibt unberührt.
Sind die Köpfe bereits so geschwächt, dass auch der Imager kaum noch Daten bekommt, folgt ein Kopftausch im Reinraum. Bei USB-Sticks und Speicherkarten werden Controller und Speicherchip getrennt betrachtet. Aus dem fertigen Abbild baut der Techniker das Dateisystem wieder auf und kennzeichnet Dateien, in denen unlesbare Bereiche liegen. So wissen Sie bei der Übergabe, welche Dateien vollständig sind.
Lohnt sich die Rettung?
Maßgeblich sind zwei Punkte: wie viele Bereiche betroffen sind und wie schnell der Zustand schlechter wird. Bei einzelnen defekten Sektoren und früh gestopptem Betrieb ist die Lage meist gut, bei einer Platte, die schon das Initialisieren nicht mehr schafft, steigt der Aufwand. Was die Kosten treibt, erklärt Was kostet eine Datenrettung?, die Chancen je Schadensbild Wie hoch sind die Chancen?
Der Weg über datenrettung-doktor.de ist immer gleich: Sie beschreiben den Fall im Formular, erhalten per Mail ein Versandlabel und senden den Datenträger gut gepolstert ein. Nach der Diagnose bekommen Sie einen schriftlichen Kostenvoranschlag, die Rettung beginnt erst nach Ihrer Freigabe. Die Einzelheiten stehen unter So läuft die Datenrettung ab.
Quellen
- Microsoft Learn: System Error Codes (0 bis 499), ERROR_CRC 23 »Data error (cyclic redundancy check)«, learn.microsoft.com
- Raymond Chen, The Old New Thing (Microsoft), 11.07.2013: CRC-Fehler stammen von der Festplatte, NTFS prüft selbst keine CRC, devblogs.microsoft.com
- Wikipedia: Hard disk drive failure, Abschnitte zu Ausfallursachen und Wiederherstellung, en.wikipedia.org
Häufige Fragen
Kann ich den Datenfehler (CRC-Prüfung) selbst beheben?
Den Fehler selbst nicht, denn er sitzt in der Hardware. Werkzeuge wie chkdsk umgehen nur die unlesbaren Stellen und verändern dabei das Dateisystem. Bei einer CD oder DVD hilft manchmal ein anderes Laufwerk. Bei Festplatten, Sticks und Karten mit wichtigen Daten ist ein Abbild in der Werkstatt der schonende Weg.
Die Festplatte will initialisiert werden und meldet dabei den CRC-Fehler. Was nun?
Brechen Sie ab und initialisieren Sie nicht. Die Platte kann ihre ersten Sektoren nicht lesen, das ist ein Hardware-Problem. Beim Initialisieren würde Windows eine neue Partitionstabelle schreiben. Trennen Sie das Laufwerk und lassen Sie es analysieren.
Sind die Dateien mit CRC-Fehler endgültig verloren?
Nicht unbedingt. Ein Hardware-Imager liest schwache Sektoren mit anderen Einstellungen oft doch noch, nach einem Kopftausch gelingt das häufig erneut. Ob eine bestimmte Datei vollständig zurückkommt, zeigt erst das Abbild.
Bedeutet ein einzelner CRC-Fehler, dass die Platte bald ausfällt?
Er ist ein ernstes Warnsignal. Defekte Sektoren breiten sich bei vielen Festplatten aus, sobald sie einmal auftreten. Sichern Sie wichtige Daten sofort auf einen anderen Datenträger, solange das ohne Fehler geht, und nutzen Sie die Platte danach nicht mehr für Neues.